… zu mir …
Archaische Formensprache
In der Beschäftigung mit Filz-Traditionen bin ich zum ersten Mal bewusst Symbolen, archaischen Zeichen und Ornamenten begegnet. Und ich war tief berührt und fasziniert von dieser reichhaltigen Formensprache, die so alt zu sein scheint wie die Menschheit. In ihr verdichten sich wiederkehrende und existentielle Erfahrungen.
Z.B. die Spirale, das wohl älteste Symbol, das ich des öfteren und bewusst verwende. Denn wenn ich mich einlasse auf diese spezielle Linienführung, geht davon eine große Kraft und Tiefe aus, und ich kann die Botschaft spüren: hinein und hinaus, eng und weit, in der Mitte und außen – ein Bild für Phasen des Lebens, ob im Jahreskreislauf, im persönlichen Lebensweg oder in der Gestaltung des einen Tages.
So nutze ich eine uralte Formensprache, um ihr neuen Ausdruck und neue Kraft zu verleihen, von der sich Jede und Jeder anstecken lassen kann … auf der Suche nach einer neuen, anderen Qualität von Leben.
Meine Arbeit mit Filz
Die einfache Technik Filzen fasziniert durch die unendlichen Möglichkeiten in Formgebung, Gestaltung und Materialauswahl wie auch im Zusammenspiel der Materialien und Fasern. Ich sehe und spüre im Arbeiten wie der Filz immer fester wird, dabei die Strukturen deutlicher hervortreten und die Farben sich mischen, wie die Festigkeit zunimmt und meine Körperkraft immer mehr gefordert ist.
Filz fordert mich auf, mich einzulassen auf das Material und den Prozess. Im Dialog und in „Zusammenarbeit“ mit dem Material – es ist wie ein Abspüren – kann ich alles selbst beeinflussen. Denn die Arbeitsschritte sind überschaubar, der Prozess ist verstehbar.
Angesichts der unterschiedlichsten Anforderungen im alltäglichen Leben heute, der Flut an Informationen, der Schnelllebigkeit, Vergänglichkeit und Undurchschaubarkeit ist dieser Aspekt des Filzens von unschätzbarem Wert. Es ist wie ein Zurück zur Natur, zum Einfachen und Überschaubaren.
Uralte Technik und archaische Formensprache
Filzen ist vermutlich die älteste textile Technik – noch vor dem Spinnen und Weben. Rudimentär, pure Handarbeit, manchmal mit Einsatz des ganzen Körpers.
Das Material Schafwolle – natürlich, nachwachsend, langlebig – nachhaltig im besten Sinne.
Was für ein wundersames Zusammentreffen: ein natürlicher Rohstoff und eine uralte Technik verbinden sich und bilden das Medium für eine Formensprache, die vermutlich so alt und weltumspannend ist wie die Menschheit – für mich mehr als nur eine ideale Kombination.
Vita / Werdegang
1992 bin ich zum ersten Mal Filz begegnet und seither hat er mich – und ich ihn – nicht mehr losgelassen, ob als Kunst oder Handwerk, als Tradition oder Therapie.
In Workshops bei international anerkannten Künstler*innen habe ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten rund um Filz weiter entwickelt, neue Aspekte kennengelernt, und neue Blickwinkel haben sich aufgetan.
Doch die größte Lehrmeisterin ist die eigene Arbeit / das eigene Tun mit all den dazu gehörigen Erfahrungen. Seit 1994 arbeite ich im eigenen Atelier, bin auf Ausstellungen vertreten, gebe Workshops zu filz-relevanten Themen, beteilige mich an Projekten …
Auswahl
Ausstellungen
2024 „Im Grunde gut“
Tuchmacher Museum, Bramsche (G)
2024 Sommerausstellung
Kleine Steinfelder Galerie, Steinfeld (G)
2024 „Speicher“
Foyer im Kreishaus, Osnabrück (G)
2022 „Dekonstruktionen“
PopUp-Galerie, Bramsche (G)
2022 „Begegnung Rot“
Tuchmacher Museum, Bramsche (G)
2023 „Anderswelten“, LandArt-Projekt
Kloster Malgarten/Bramsche (G)
2023 „Richtungswechsel“
Tuchmacher Museum, Bramsche (G)
2019 „Eine Zensur findet nicht statt“
– 70 Jahre Grundgesetz
Tuchmachermuseum, Bramsche (G)
2019 „Filz und Eigensinn – und ich“
Tuchmacher Museum, Bramsche (E)
2018 „Anderswelten“, LandArt-Projekt
Kloster Malgarten/Bramsche (G)
2017 „HeimArt“, Kunst trifft Heimat
Bramsche (G)
2015 „Oben und dahinter“
Forum Mola-Kunst, Bremen (E)
2014 „In den Elementen“
Kloster Malgarten, Bramsche (G)
2013 „Zurück zu den Wurzeln“ – Arbeiten in Filz
Kloster Malgarten, Bramsche (E)
2011 „Vanish/Survive“
7th International Biennal of Textile Miniatures
Vilnius/Litauen (G)
2007 „Kunstmaand Ameland“
Ness/Ameland, NL (G)
2004 „Stand Ort Filz – Filz Stand Ort“
Villa Stahmer, Georgsmarienhütte (E)
2000 „Stirb und werde“
Nachwachsende Rohstoffe, LandArt-Projekt
Kröte/Wendland (G)
1997 „ohne Anfang – ohne Ende“
Volkshochschule Osnabrück (E)
Presse
– Mechtildis Köder, PassionFilz hg.ellendesign.nl (Ellen Bakker, Ricarda Aßmann) 2013
Die Kraft der Zeichen, verfilzt und zugenäht 43, 2014
– Archaische Formensprache, verfilzt und zugenäht 63, 2019
– Wolle mit einem eigenen Sinn, Bramscher Nachrichten 18.02.2019













